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Einige waren Nachbarn - Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand

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Einige waren Nachbarn - Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand

Wie ist es möglich geworden? Wie wurden aus Nachbarn Denunzianten, Mittäter, Mörder? Warum haben so viele geschwiegen und so wenige geholfen? Wir kennen die Zeitzeugenberichte von Opfern und Tätern, wir wissen um die historischen Fakten und Zusammenhänge. Das Geschehene bleibt dennoch unfassbar. Und es gibt keine Gewissheit darüber, wie immun wir als Gesellschaft sind.

Die Ausstellung zeigt Kollaboration und Mittäterschaft auch in den verbündeten Staaten und den besetzten Gebieten Europas. An der zentralen historischen Tatsache ändert das nichts: Der rassenideologische Angriffs- und Vernichtungskrieg ging von hier aus. Deutsche haben den Massenmord erdacht, geplant und in die Tat umgesetzt. Ihre Schuld begründet unsere besondere Verantwortung: achtsam zu sein gegen jede Form von Herabsetzung und Ausgrenzung und einzuschreiten – bevor es zu spät ist! Denn auch das macht die Ausstellung deutlich: Mitmenschlichkeit und Zivilcourage lassen sich nicht einfordern, wenn sie zu einer Frage von Leben und Tod geworden sind.

Dr. Wolfgang Schäuble Präsident des Deutschen Bundestages

Wie war der Holocaust möglich?

Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer Nazis lässt sich nicht bestreiten, doch sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die einfachen Menschen? Warum unterstützten die meisten von ihnen die Verbrechen der Nazis oder blieben stumm? Warum halfen so wenige den Opfern?

„Einige waren Nachbarn“ fordert uns heraus, wichtige Fragen zu stellen, wenn wir über die Motive und Zwänge nachdenken, die die Entscheidungen und Verhaltensweisen der Menschen in Deutschland und dem von Deutschland dominierten Europa während des Holocaust beeinflussten.

Wie reagierten Menschen auf die Not ihrer jüdischen Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde? Wie sahen sie ihre Rolle in der Gesellschaft? Wie sehen wir unsere Rolle in der Gesellschaft?

Sara J. Bloomfield Direktorin, United States Holocaust Memorial Museum

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Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Einige waren Nachbarn - Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand

Wie war der Holocaust möglich?

Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum nahmen einige mit größtem Eifer an der Verfolgung von Juden teil, während andere Mitläufer waren oder sich aus anderen Gründen anschlossen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen?

Im nationalsozialistischen Deutschland und dem von Deutschland dominierten Europa verhielten sich die Menschen auf unterschiedliche Arten und Weisen, von kleinen Akten der Solidarität mit den Opfern bis zu aktiven Rettungsbemühungen, von der Duldung antijüdischer Maßnahmen bis zur eifrigen Kollaboration mit den nationalsozialistischen Tätern.

Welche Motive und Zwänge beeinflussten die Entscheidungen und Verhaltensweisen von Individuen während des Holocaust? Wie reagierten Menschen auf die Not ihrer jüdischen Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde?